"Das ist keine rassistische Einstellung"
Performative Selbstwidersprüche
von josch am 2016-11-04

Immer wenn wir sprechen, sagen wir nicht nur Dinge über die Welt aus. Wir handeln. Bisweilen tritt das, was wir auf der Sachebene sagen, in Widerspruch zu der Handlung, die aus unserer Äußerung ableitbar ist. Das nennt man einen performativen Selbstwiderspruch. Die deontische Dimension des Rassismusbegriffs ist so dominant, dass die Zuschreibung der Eigenschaft "rassistisch" zu einer Einstellung oder Äußerung für viele Menschen nur für die allerübelsten Beleidigungen reserviert ist. Alltägliche Zuschreibungen von Eigenschaften, die aus ethnischer Herkunft oder Hautfarbe abgeleitet werden, fallen für viele Menschen nicht in die Kategorie "Rassismus". Bei der Rechtfertigung ergeben sich performative Selbstwidersprüche. Dies ist eine lose Serie zu performativen Selbstwidersprüchen beim Leugnen von Diskriminierung und Hatespeech.

Aus einer studentischen Arbeit:

"Dabei liegt es im Aufgabenbereich des Arztes, dem Patienten ein Umfeld zu schaffen, in dem er sich wohl und sicher fühlen kann, damit er bei dem Gespräch offen redet. Doch das kann in diesem Fall erschwert werden, wenn aufgrund der Nationalität, der Hautfarbe oder der Sprachprobleme der erste Eindruck negativ ist und der Kranke kein Vertrauen zum Arzt gewinnt. Dies ist keine rassistische Einstellung des Patienten, lediglich können sie weniger Vertrauen in die medizinische Ausbildung anderer Länder fassen."
Kategorie: Performative Selbstwidersprüche; Keywords: Alltagsrassimus

Das N-Wort und sein Gebrauch
Performative Selbstwidersprüche
von josch am 2020-03-08

Immer wenn wir sprechen, sagen wir nicht nur Dinge über die Welt aus. Wir handeln. Bisweilen tritt das, was wir auf der Sachebene sagen, in Widerspruch zu der Handlung, die aus unserer Äußerung ableitbar ist. Das nennt man einen performativen Selbstwiderspruch.

Während beim Kampf gegen soziale Benachteiligung und Ausschließung die Sichtbarmachung von Differenz und Diskriminierung praktiziert wird, wird beim Kampf gegen Hassrede häufig das Benennen als Reproduktion mit diskriminierendem Potenzial kritisiert. Dies geht so weit, dass jeder Gebrauch einer bestimmen Wortform, also auch ein zitierender, kritisch-distanzierender, wissenschaftlicher oder forensischer, als rassistisch gilt und damit vermieden werden soll.

Dies geht bisweilen nicht ohne performative Selbstwidersprüche aus. Dies ist eine lose Serie zu performativen Selbstwidersprüchen.

Wäre jeder Gebrauch des N-Wortes rassistisch und jede/r seiner Benutzer/innen ebenso, dann träfe dies auch auf den Autor des Tweets zu, was gewiss nicht der Fall ist.

Dies bedeutet freilich nicht, dass man das N-Wort im Alltag gebrauchen sollte. Tatsächlich sind wenige alltagsweltliche Gebrauchsweisen vorstellbar, in denen es nicht-diskriminierend verwendet und verstanden wird.

Kategorie: Performative Selbstwidersprüche; Keywords: N-Wort, Hassrede

PEGIDA hat nichts gegen "Fidschis"
Performative Selbstwidersprüche
von josch am 2016-10-30

Immer wenn wir sprechen, sagen wir nicht nur Dinge über die Welt aus. Wir handeln. Bisweilen tritt das, was wir auf der Sachebene sagen, in Widerspruch zu der Handlung, die aus unserer Äußerung ableitbar ist. Das nennt man einen performativen Selbstwiderspruch. Menschen, die im Modus der Hassrede operieren, streiten dies praktisch immer ab. Bisweilen verrät sie ihre Sprache und sie verheddern sich in einem performativen Selbstwiderspruch. Dies ist eine lose Serie zu performativen Selbstwidersprüchen beim Leugnen von Diskriminierung und Hatespeech.

Rede von Wolfgang Taufkirch bei PEGIDA am 5.9.2016, Schlossplatz Dresden, 1:37:55-1:38:16

Wolfgang Taufkirch bei PEGIDA am 5.9.2016:

"PEGIDA hat kein Problem mit Ausländern, die hier integriert sind und einen Beitrag für unser Land leisten. Vor denen ziehen wir den Hut. Und es ist uns egal, ob das der Dönerverkäufer, der Gemüse-Fidschi oder auch der promovierte Forscher an der Uni ist."

Kategorie: Performative Selbstwidersprüche; Keywords: "Fidschi"